Mut zum Kreuz!

Die aktuelle OV-Serie: Mut zum Kreuz!

30 Südoldenburger und ihre Gedanken zu Kreuz und Christentum: Das ist der Stoff der aktuellen OV-Serie „Mut zum Kreuz“. Sie will dazu ermuntern, sich christlicher Werte neu zu besinnen, ohne auszugrenzen. Sie will Mut machen, sich gesellschaftlich zu engagieren.

„Mut zum Kreuz!“ ist ein Projekt der Kardinal-von-Galen-Stiftung Burg Dinklage, der OV und der Münsterländischen Tageszeitung in Cloppenburg.

Anlass für das Projekt sind der 70. Todestag des Seligen Clemens August Kardinal von Galen im März 2016 und die Rückschau auf den Kreuzkampf im Oldenburger Münsterland vor 80 Jahren.

Der 1878 auf Burg Dinklage geborene Kardinal predigte gegen die Euthanasie-Morde der Nazis. Im Kreuzkampf protestierten 1936 Südoldenburger öffentlich und mit Erfolg gegen die von den Nazis angeordnete Entfernung der Kreuze aus katholischen Konfessionsschulen.

Ab dem 18. September findet eine Ausstellung auf Burg Dinklage statt. Im November erscheint ein Buch zum Thema. „Mut zum Kreuz!“ wird unterstützt von der LzO und der CEWE-Gruppe in Oldenburg.

Lesen Sie die Kolumne zum Start der Serie von OV-Redaktionsleiter Ulrich Suffner

Mut zum Kreuz, ein Experiment

Von Ulrich Suffner

Ängstliche sehen das Abendland bedroht. Sie fürchten eine Überfremdung durch den Islam. Gewiss dürfen wir Terror nicht unterschätzen und müssen von Flüchtlingen verlangen, sich zu Demokratie und Menschenrechten zu bekennen. Die Sorge um eine gelingende Integration und die Forderung nach einer Lösung der Migrationsströme ist begründet. Die Angst vor einer Islamisierung aber ist es nicht.

Unter Abendland versteht der Duden die „durch Antike und Christentum geformte kulturelle Einheit der europäischen Völker“. Diese Einheit gebar Aufklärung und Demokratie. Die Sorge, dass der europäische Zusammenhalt bröckelt, ist berechtigt. Doch er schwindet nicht wegen des Zuzugs muslimischer Migranten, sondern weil Europa sich seines eigenen Wertekanons nicht mehr sicher ist. Die Angst vor einer Islamisierung ist nicht zufällig da am größten, wo die christlichen Bindungen am geringsten sind.

Angesichts der Herausforderungen muss sich jeder fragen, für welche Werte er steht. Es geht ja nicht nur um den Umgang mit Flüchtlingen. Es geht auch um die Auswirkungen der Globalisierung, um die Schere zwischen Arm und Reich, um die sinkende Akzeptanz des etablierten Politikbetriebs, um mangelhafte Unterstützung für Familien und, und, und.

Was denkt Südoldenburg über diese knallharten politischen Fragen? Für welche Werte stehen die Menschen dieser über Jahrhunderte christlich geprägten Region heute? Lässt sich hierzulande christliche Leitkultur neu entdecken? Die OV und die Kardinal-von-Galen-Stiftung der Dinklager Benediktinerinnen wagen ein Experiment: Unter dem Motto „Mut zum Kreuz“ haben wir dazu aufgerufen, persönliche Geschichten zum Kreuz zu erzählen. Die spannendsten 30 Geschichten lesen Sie ab heute.

Fotograf Matthias Niehues hat Mensch und Kreuz authentisch in Szene gesetzt, Reporter die Erzählungen aufgeschrieben. Mosaikstein für Mosaikstein entsteht so ein Diskurs, der einen Beitrag leisten will zur Klärung der christlichen Position in heutiger Zeit. Damit verbunden ist die Hoffnung, Identität neu zu stiften, ohne Andersgläubige und Menschen, die nicht an Gott glauben, auszugrenzen.

Die europäische Geschichte kennt viele bereichernde Beispiele friedlicher Koexistenz von Judentum, Islam und Christentum Auch für die Zukunft benötigt Europa interkulturelle Kompetenz, um ein friedliches Zusammenleben von Menschen unterschiedlichster Prägungen und Einstellungen in demokratischen Strukturen zu organisieren. Dazu gehört auch das Wissen um eigene Werte.

Der Vechtaer Prälat Peter Kossen sprach kürzlich in Lohne ein wahres Wort: „Manches wird nie zusammen passen und kann auch nicht zur Disposition gestellt werden. Aber im Dialog, im Ringen miteinander, im geduldigen aufeinander zu Gehen liegt die Chance, bleibende Unterschiede auszuhalten!“ Friedliche Koexistenz ist also das Ziel. Nicht mehr? Nein. Aber auch nicht weniger.

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Aktuelle Ausgabe: 25.06.2017

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